Enterale Ernährung

Ist die normale Nahrungsaufnahme durch unterschiedliche Faktoren nicht möglich, wird die enterale Ernährung zur Aufnahme von Flüssigkeiten und Nährstoffen eingesetzt. Sie gilt somit als eine Form der künstlichen Nahrungsaufnahme, bei der die Zufuhr über den Magen-Darm-Trakt verläuft.

Allgemeine Erläuterung / Verbreitung / Indikation:

Nach aktuellen Auswertungen benötigen ca. 1,5 Millionen Menschen in Deutschland eine enterale Ernährungstherapie. Beispielweise nach einem Schlaganfall, einer akuten Operation oder innerhalb des Krankheitsverlaufs von Morbus Chron kann es vorkommen, dass Betroffene die Nahrung nicht mehr oder nur beschränkt oral zu sich nehmen können – eine Mangelernährung stellt sich ein. Je nach Verlauf ist eine Ernährung mit Trink- oder Sondennahrung erforderlich, um lebensnotwendige Nährstoffe zu verabreichen.

Hilfsmittel / Produkte:

Bei der enteralen Ernährung erfolgt eine Unterscheidung zwischen der Trink- und der Sondennahrung. Die Trinknahrung wird bei Problemen mit dem Kauen oder bei Schluckstörungen verwendet. In diesen Fällen ist häufig der gesamte Verdauungskanal noch voll funktionsfähig. Bei der Sondennahrung wird eine Ernährungssonde über einen Schlauch in den Magen oder Dünndarm verlegt.

In der Regel wird der Schlauch über die Nase und den Rachen geleitet (transnasale Ernährungssonden) oder über eine künstliche Bauchöffnung direkt in den Magen oder Dünndarm gelegt (perkutane Ernährungssonde). Die Steuerung der Zufuhr kann mittels einer elektrischen Ernährungspumpe erfolgen

Versorgung durch uns:

Bereits am Entlasstag aus der Klinik erfolgt, wenn von den Betroffenen gewünscht, eine Kontaktaufnahme zur Klärung der ersten Fragen durch uns. In enger Kooperation mit dem Arzt wird eine Unterstützung der Betroffenen und Angehörigen über den kompletten Versorgungszeitraum gewährleistet. Insbesondere die Erstellung eines Ernährungsplanes und die bedarfsgerechte Belieferung mit Nahrung und Zubehör entlasten die Betroffenen innerhalb der Versorgung.

In regelmäßigen Besuchen wird der Ernährungsstatus kontrolliert und bei Bedarf in Abstimmung mit dem behandelten Arzt angepasst. Häufig sind betroffene selbst nicht mehr dazu in der Lage, die Versorgung umzusetzen. Wir weisen alle an der Versorgung beteiligten, wie Pflegedienste oder Angehörige in die engmaschige und betreuungsintensive Versorgung ein.